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Geschrieben von Jakob Reidick

Jakob Reidick ist der Gründer von Investment Master. Er hat jahrelange Investmenterfahrung, ist Buchautor sowie Finanzanalyst.

📅 Mai 06, 2021

Im letzten Blogartikel habe ich mich ausführlich mit dem Bitcoin auseinandergesetzt und dabei vor allem analysiert, ob es sich bei der „Mutter aller Kryptowährungen“ eher um eine Spekulationsblase oder ein solides Investment handelt. Mein Fazit war, dass Bitcoin (BTC) nicht als crypto currency (Kryptowährung), sondern vielmehr als crypto asset (Kryptovermögenswert) zu sehen ist, also quasi als digitales Gold. Da das klassische wie das digitale Gold – einmal natürlich und einmal mathematisch – limitiert sind, werden beide von weiter steigender Inflation der ungedeckten und unbegrenzt druckbaren Weltwährungen Dollar, Euro, Yen etc. profitieren, so argumentierte ich. Dieser Meinung bin ich natürlich nach wie vor (der letzte Blogeintrag ist ja auch noch nicht sonderlich alt).

Die zweitwichtigste Kryptowährung nach Marktkapitalisierung ist Ethereum (ETH). Ethereum kratzt an den 400 Milliarden $ Marktwert, während alle Bitcoins zusammen derzeit etwas über 1.000 Milliarden wert sind. Beide Projekte kommen somit auf circa 1,4 Billionen $ an Marktkapitalisierung, was in vielerlei Hinsicht unglaublich ist. Nichtsdestotrotz kann man beide Coins kaum miteinander vergleichen – um das zu verdeutlichen, habe ich hier einmal die wichtigsten Unterschiede tabellarisch aufgeführt:

AspektBitcoin (BTC)Ethereum (ETH)
Mengenbegrenzung der CoinsJa, auf 21 Millionen limitiertNein, keine Obergrenze
Usability (Gebrauchstauglichkeit)NiedrigHoch
Transaktionen pro Sekunde3-730
Veröffentlichung20092013

Wie der Tabelle zu entnehmen, ist Ethereum im Gegensatz zum Bitcoin zwar nicht begrenzt, dafür gibt es bei Ethereum deutlich mehr Anwendungsmöglichkeiten, welche ich unter dem Aspekt der Usability zusammengefasst habe. Zu den Anwendungsmöglichkeiten bei Ethereum gehören unter anderem die sogenannten smart contracts, sich selbst ausführende digitale Verträge. Ein weiterer Vorteil, der Ethereum in Sachen Benutzerfreundlichkeit bietet, sind bis zu 30 mögliche Transaktionen pro Sekunde, was ungefähr dem vier- bis zehnfachen von Bitcoin entspricht.

Darüber hinaus muss ich noch klarstellen, dass Ethereum an sich keine Kryptowährung, sondern eine Plattform für dezentrale Applikationen ist (z. B. für die eben erwähnten smart contracts) und die eigentliche Kryptowährung von Ethereum „Ether“ genannt wird. Das nur zur Richtigstellung.

Wie man sehen kann, handelt es sich bei Bitcoin und Ethereum um zwei völlig unterschiedliche Cryptos. Während der Bitcoin von den meisten als crypto asset gesehen wird, so kann man bei Ethereum einerseits von einer Plattform für dezentrale Applikationen sprechen und andererseits – durch das Ether – von einer crypto currency. Stark vereinfacht lässt sich also sagen, dass der Bitcoin für diejenigen Investoren geeignet ist, welche ihr Gesamtportfolio durch digitales Gold absichern wollen und Ethereum für diejenigen, die daran glauben, dass sich decentralized finance, smart contracts & Co. langfristig durchsetzen werden. Ich sehe beide Coins als attraktive Investments an, die durchaus einen kleinen Prozentsatz eines jeden Portfolios ausmachen sollten. Gerade weil die beiden sich so sehr unterscheiden, macht es Sinn, auch beide gleichzeitig im Depot zu halten.

Hinweise: Bei diesem Artikel handelt es sich nicht um eine Anlageempfehlung bzw. eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf eines Finanzproduktes. Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information. Offenlegung: Jakob Reidick ist in Bitcoin (BTC) investiert. 

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